Interview mit Ingomar Wildenhof
Wie war Ihre Kindheit?
Ich war nicht gerne Kind. Ich komme aus Schlesien und erinnere mich daran, dass ich immer über gefährliche Brücken musste. Auch an meine Schulzeit habe ich nicht so gute Erinnerungen, ich hatte nicht so viele Freunde. Im Krieg gab es keinen regelmäßigen Unterricht.
Was haben Sie gemacht, wenn Sie frei hatten?
Wir haben immer Fußball gespielt, das war meine große Leidenschaft. Damals bin ich noch nicht in einem Verein gewesen. Das kam dann in Gütersloh, ich war Libero.
An was denken Sie gerne zurück in Ihrer Kindheit?
Fußball war das Beste. Im Krieg und nach dem Krieg war wenig Platz für schöne Erinnerungen. Als der Krieg zuende war, war ich 8 Jahre alt, da ging es erstmal ums Überleben. Was man werden wollte und was man für Träume hatte war sekundär. Es gab pausenlos Alarm und Bombardierungen. Ich musste eine halbe Stunde zur Schule gehen. Dann sind wir Richtung Berlin geflüchtet, auf ein Gut. Da waren Fremdarbeiter und die waren nicht gerade freundlich, weil sie selber von den Gutsherren wenig Freundlichkeit erlebt hatten.
Worauf sind Sie stolz?
Ich kann einigermaßen gut Französisch, wir waren später fast immer in Frankreich im Urlaub, sogar an der Cote d‘ Azur.
Was würden Sie der jungen Generation raten?
Bleibt sportlich, denn das hilft euch im Alter. Ich habe neben Fußball auch Leichtathletik gemacht.
Wie fühlt sich das Älterwerden an?
Ich habe keine Probleme damit. Ich habe auch keine Probleme mit dem Tod, der gehört zum Leben. Ich habe das Alter früher immer weggeschoben und bin lange gesund gewesen, war immer sportlich, das ist mir immer wichtig gewesen.

ALTER!
Wie fühlt sich Altwerden an, wie gut sind wir auf unsere alternde Gesellschaft vorbereitet? Und welche Rolle spielt unsere Einstellung zum Leben?
