Kardiologie, Rhythmologie und Intensivmedizin

Thrombusaspiration bei Lungenembolie

Schonende Behandlung bei einem Blutgerinnsel

Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein oder mehrere Gefäße in der Lunge verstopft. Dadurch wird der Blutfluss in die Lunge behindert. Das Herz – insbesondere die rechte Herzkammer – wird stark belastet, und es kann zu Atemnot, Brustschmerzen oder Kreislaufversagen kommen. 

In bestimmten Situationen bieten wir in unserer kardiologischen Klinik eine moderne, minimalinvasive Therapie an: die Thrombusaspiration.

Was ist eine Thrombusaspiration?

Die Thrombusaspiration ist ein kathetergestütztes Verfahren. Dabei wird das Blutgerinnsel in der Lungenarterie mithilfe eines speziellen Katheters abgesaugt. Ziel ist es, das verstopfte Gefäß rasch wieder zu öffnen und das Herz zu entlasten.

Der Eingriff erfolgt über einen Zugang in der Leiste. Unter Röntgenkontrolle wird der Katheter vorsichtig bis in die betroffene Lungenarterie vorgeschoben. Dort wird der Thrombus direkt entfernt.

 

Für wen ist das Verfahren geeignet?

Die Thrombusaspiration ist vor allem für Patientinnen und Patienten mit mittel- bis hochriskanter Lungenembolie (Zeichen der Rechtsherzbelastung, drohendes Kreislaufversagen) geeignet, die ein erhöhtes Blutungsrisiko bei einer Lysetherapie (medikamentöse Gerinnselauflösung) vorweisen. Unser Kardiologie-Team trifft die Entscheidung für oder gegen die Behandlung individuell nach Abwägung aller Risiken und Vorteile.

 

Vorteile der Thrombusaspiration

  • Schnelle Entlastung des Herzens
  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung
  • Minimalinvasiver Eingriff ohne große Operation
  • Geringeres Blutungsrisiko im Vergleich zur systemischen Lysetherapie
  • Kurze Erholungszeit

 

Wie läuft der Eingriff ab?
Nach Aufnahme im Zentrum für Akut- und Notfallmedizin erfolgt nach Anamnese eine ausführliche Diagnostik mittels Ultraschall des Herzens und Computertomographie der Lungengefäße. Hier kann bereits die Diagnose einer zentralen, akut therapiebedürftigen Lungenembolie gestellt werden. Je nach Dringlichkeit erfolgt die Prozedur im Herzkatheterlabor unter lokaler Betäubung. Der Eingriff dauert in der Regel etwa 60–120 Minuten. Nach Absaugen der Thromben erfolgt die Verlegung auf unsere Intensiv- oder Überwachungsstation zur weiteren Überwachung.

 

Nach der Behandlung
Nach erfolgreicher Thrombusaspiration erhalten Patientinnen und Patienten weiterhin eine medikamentöse Blutverdünnung, um neue Gerinnsel zu verhindern. Die weitere Therapie und Nachsorge werden individuell geplant. Die Behandlung der Lungenembolie erfordert Erfahrung, schnelle Entscheidungen und moderne Technik. In unserer kardiologischen Klinik steht Ihnen ein spezialisiertes Team zur Seite, das alle verfügbaren Therapieoptionen sorgfältig prüft und die für Sie passende Behandlung auswählt.

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