Wohnzimmer-Projekt im Klinikum Gütersloh betreut über eintausend Patientinnen und Patienten

Das besondere Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz im Klinikum Gütersloh hat sich erfolgreich etabliert. Die Bürgerstiftung Gütersloh fördert das Projekt mit rund 143.000 Euro.

100-jährige Patientin

Ein besonderer Meilenstein für das Wohnzimmer-Projekt im Klinikum Gütersloh: Über eintausend Besucherinnen und Besucher mit der Zusatzdiagnose Demenz konnten die Mitarbeitenden im Wohnzimmer-Projekt inzwischen betreuen und sind damit zu einer wichtigen Institution für Patienten und Angehörige geworden. Auch Patientinnen und Patienten mit einem Delir, einer temporären Orientierungslosigkeit, zum Beispiel nach einer Narkose, steht die Tür offen.

Seit dem Start des Projekts bietet das „Wohnzimmer“ Patientinnen und Patienten einen geschützten Ort der Orientierung, Beschäftigung und Begegnung – und hat sich inzwischen als fester Bestandteil der demenzsensiblen Versorgung im Klinikum Gütersloh etabliert.

Das Wohnzimmer wurde geschaffen, um Menschen mit der Zusatzdiagnose Demenz während ihres Krankenhausaufenthalts Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Die wohnliche Atmosphäre und die individuelle Betreuung durch erfahrene Pflegefachkräfte und geschulte Betreuungskräfte helfen dabei. Gemeinsames Spielen, Basteln, Singen, Lesen oder einfach Gespräche über vertraute Alltagsthemen sorgen dafür, dass die Patientinnen und Patienten sich aufgehoben fühlen.

„Das Wohnzimmerprojekt setzt dort an, wo unsere Patientinnen und Patienten Unterstützung brauchen. Unsere geschulten Betreuungskräfte haben die Erfahrung und die Ruhe, um individuell auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Bedürfnisse einzugehen und ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden“, sagt Katja Plock, Demenz-Coach am Klinikum Gütersloh und Leiterin des Projekts. „Ein Krankenhausaufenthalt bedeutet für Patienten mit Demenz Stress, weil die bekannte Umgebung fehlt. Wir haben im Wohnzimmer bewusst Elemente integriert, die Orientierung bieten und vertraut sind. Eine Spezialausgabe der Tageszeitung zum Beispiel, ein Bild mit ostwestfälischen Begriffen von Pömpel bis Pillepoppen oder eine Uhr und ein Kalender“, erklärt Katja Plock. „Wir erleben jeden Tag, wie positiv sich die Umgebung und die individuelle Begleitung auf die Menschen auswirken.“ Die Patientinnen und Patienten nehmen auch ihre Malzeiten im Wohnzimmer ein, dank der Besonderen Ruhe und Unterstützung ist dadurch gewährleistet, dass sie genug Nahrung- und Flüssigkeit zu sich nehmen. Das ist insbesondere bei älteren Patienten ein wichtiger Faktor für die Genesung.

Möglich wurde das Projekt durch die großzügige Unterstützung zweier Stiftungen. Insgesamt stellen die Bürgerstiftung Gütersloh und die Erich und Katharina Zinkann-Stiftung über einen Zeitraum von drei Jahren 223.000 Euro für das Wohnzimmer-Projekt zur Verfügung. Davon 143.000 Euro von der Bürgerstiftung Gütersloh und weitere 80.000 Euro von der Erich und Katharina Zinkann-Stiftung.

„Mit dem Wohnzimmer-Projekt investieren wir in mehr Lebensqualität für Menschen mit Demenz während eines Krankenhausaufenthalts und möchten damit auch die Angehörigen unterstützen und entlasten“, sagt Katrin Meyer, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Gütersloh. „Dass bereits über eintausend Patientinnen und Patienten begrüßt werden konnten, zeigt eindrucksvoll, wie wichtig dieses Angebot ist.“

Für das Klinikum Gütersloh ist das Wohnzimmer ein Erfolgsprojekt, dass neben Patienten und ihren Familien auch die Pflegekräfte entlastet. Das Angebot ist ein wichtiger Bestandteil der demenzsensiblen Betreuung im Klinikum Gütersloh geworden, zu der darüber hinaus auch ein Nachtcafé und Besuche durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gehören.

Top