Eine schnelle und optimale Versorgung von Schwerverletzten ist ein Fall für Spezialisten. Dr. Philipp Bula, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Orthopädie, Plastische- und Handchirurgie und sein Team freuen sich daher über die erneute erfolgreiche Rezertifizierung des Traumazentrums.
Das Klinikum ist Netzwerkpartner im Traumanetzwerk OWL, das für die optimierte Behandlung von Schwerstverletzten in der Region steht. Wichtige Voraussetzungen für ein Traumazentrum sind zum Beispiel, dass das Krankenhaus sieben Tage die Woche und rund um die Uhr garantieren kann, schwerverletzte Patienten behandeln zu können. Die Behandlung der Schwerverletzten erfolgt nach medizinischen Leitlinien, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Darüber hinaus müssen Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal die entsprechenden Qualifikationen haben und regelmäßig an Hospitationen und Weiterbildungen teilnehmen.
Auch die Behandlung von Kriegsverletzten aus der Ukraine ist in den vergangenen Jahren bereits über das Traumanetzwerk organisiert worden. Viele der verletzten Soldaten und Zivilisten kommen schon mit Komplikationen nach einer Vorbehandlung in die Krankenhäuser, die Teil des Traumanetzwerks in Deutschland sind.
Um eine große Menge an Verletzten nach einem Anschlag oder einem Massenunfall schnell und gut versorgen zu können, braucht es klare Absprachen. Durch die enge Kooperation zwischen den Traumazentren im Netzwerk, stellen alle Beteiligten sicher, dass jeder schwerverletzte Patient in kürzester Zeit vom Unfallort in den Schockraum eines für seine Verletzungen bestgeeigneten Krankenhauses transportiert wird. Besonders bei Verletzungen der Wirbelsäule, des Beckens oder des Bauchraumes, aber auch im Fall von Verletzungen größerer Blutgefäße und bei schweren Hand- und Weichteilverletzungen bis zur Amputation von Gliedmaßen ist das Klinikum aufgrund der hier angesiedelten Fachabteilungen (Gefäßchirurgie, Plastische Chirurgie, Urologie, Viszeralchirurgie) hochspezialisiert und stellt auch die Replantationsbereitschaft für die Region sicher.
Die Zertifizierer haben in ihrer Beurteilung unter anderem die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen hervorgehoben: Wird durch den Rettungsdienst angekündigt, dass ein schwerverletzter Patient kommt, löst dies innerhalb des Klinikums eine Alarmierungskette aus: Binnen weniger Minuten kommen Ärzte der Unfallchirurgie, der Viszeralchirurgie, der Anästhesie, der Radiologie und speziell geschultes Pflegepersonal im Schockraum der Notaufnahme zusammen. Auch das Team des OP wird in Bereitschaft versetzt. Das Spezialisten-Team übernimmt den Patienten vom Notarzt, stabilisiert ihn und untersucht und versorgt ihn nach Trauma-Kriterien. Unfallchirurg Dr. Philipp Bula: „Es erfordert klare Absprachen, um optimal auf den Notfall vorbereitet zu sein. In einer solchen Akutsituation muss jeder Handgriff sitzen und jeder sehr genau wissen, was er tun muss, regelmäßige Zertifizierungen und Übungen sind deshalb eine wichtige Unterstützung.“ Dr. Bula und sein Team organisieren daher gemeinsam mit dem Team der Notaufnahme regelmäßig Schockraumtrainings mit dem Rettungsdienst.
Bildunterschrift: Eingespieltes Team: Dr. med. Philipp Bula und Gerald Hall, Chefarzt und geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie sind Spezialisten für Schwerverletzte und freuen sich über die erfolgreiche Rezertifizierung des Traumazentrums.
